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Editorial
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Liebe Leserinnen und Leser Einelternhaushalte und Familien mit mehreren Kindern sind überdurchschnittlich oft von Armut betroffen ( BFS 2024), was die Entwicklungs- und Zukunftschancen der Kinder beeinträchtigt. Oft sind die familiären Problemlagen komplex und reichen von Herausforderungen bei der Erwerbsintegration über Bildungshürden zu gesundheitlichen Problemen und prekären Wohnsituationen. Wie können Kantone Massnahmen zur Prävention und Bekämpfung von Familienarmut so koordinieren, dass sie Familien in vielschichtigen Problemlagen wirksam unterstützen? Die Nationale Plattform gegen Armut hat eine Studie in Auftrag gegeben, die aufzeigt, wie Kantone eine koordinierte und kohärente Politik zur Prävention und Bekämpfung von Familienarmut entwickeln können. Lesen Sie mehr dazu in diesem Newsletter. Eine gute Lektüre wünscht Ihnen das Team der Nationalen Plattform gegen Armut
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Neue Studie der Nationalen Plattform gegen Armut: Koordinierte Prävention und Bekämpfung von Familienarmut in Kantonen
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In der Schweiz sind 230’000 Familien von Armut betroffen (BFS 2024). Zusätzlich zu den finanziellen Schwierigkeiten stehen sie oft in weiteren Bereichen vor Herausforderungen, u.a. in Bezug auf Erwerbsarbeit, Bildung, Gesundheit, Wohnen, Integration. Es braucht daher Unterstützung aus verschiedenen Hilfesystemen. Oft sind diese aber nicht aufeinander abgestimmt und untereinander koordiniert, haben z.B. unterschiedliche Zugangsbedingungen und Finanzierungsmöglichkeiten. Dies beeinträchtigt auch die Wirksamkeit der Massnahmen. Wie können sich Kantone (zwischen verschiedenen Verwaltungseinheiten und mit Dritten) koordinieren, um von Armut bedrohte oder betroffene Familien möglichst wirksam und nachhaltig zu unterstützen? Im Auftrag der Nationalen Plattform gegen Armut ist das Büro Ecoplan dieser Frage nachgegangen und hat anhand einer Untersuchung von Koordinationsbeispielen aus fünf Kantonen ein Analyseraster entwickelt. Damit können Kantone überprüfen, wo sie auf dem Weg zu einer integrierten Politik zur Prävention und Bekämpfung von Familienarmut stehen und wie sie diese weiterentwickeln können, um das Wirkpotenzial ihrer bestehenden Massnahmen zu stärken. Gemäss der Autorenschaft sollten Kantone, die ihre Massnahmen im Sinne eines integrierten Vorgehens weiterentwickeln möchten, die Koordination von armutspräventiven und -bekämpfenden Massnahmen für Familien politikfeldübergreifend strategisch verankern, bestehende Formen der horizontalen und vertikalen Zusammenarbeit in ihrem Kanton dafür noch gezielter nutzen oder neue Formate entwickeln, und für diese Tätigkeiten auch Ressourcen bereitstellen. Schliesslich sollten Bedürfnisse von Familien, die von Armut betroffen oder bedroht sind, in all diese Schritte systematischer einbezogen werden. Dies würde die Zugänglichkeit verbessern und es ermöglichen, das Wirkpotenzial bestehender Angebote zu steigern.
Weitere Informationen
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